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Niederschlagswassereinleitungen in Gewässer nachweisen

Der Nachweis der Verträglichkeit einer Misch- oder Niederschlagswassereinleitung für ein Gewässer wird in Nordrhein-Westfalen und Hessen i.d.R auf Grundlage der Merkblätter BWK M3 und BWK M7 geführt. Sie fordern je nach Einleitungsstelle und -art eine Untersuchung der hydraulischen, hydrologischen bzw. stofflichen Auswirkungen der Einleitung.

Grundsätzlich kann ein vereinfachter Rechengang durchgeführt werden. Sind die Voraussetzungen dafür nicht gegeben oder stehen hinreichend detaillierte Daten zur Verfügung, erfolgt ein detaillierter Nachweis der Einhaltung der Zielsetzungen (BWK M7).

Einleitungsstelle am Kranenbach

Einleitungsstelle am Kranenbach

Simulationsrechnung macht Einsparpotenzial sichtbar

Unsere Simulationsmodelle NASIM und Jabron mit ihren GIS-Erweiterungen haben sich bei der detaillierten Nachweisführung als effektiv einsetzbare Werkzeuge bewährt. Sie ermöglichen die Abbildung von komplexen hydraulischen und hydrologischen Bedingungen im Einzugsgebiet. Der erhöhte Aufwand für die modellgestützte Nachweisführung amortisiert sich meist durch deutliche Einsparungen bei der Umsetzung der Maßnahmen. Die differenzierte hydrologische Modellierung führt in der Regel zu geringeren erforderlichen Rückhaltevolumina im Kanalnetz. Renaturierungsmaßnahmen können parallel im Gewässer die Rückhaltung unterstützen.

Die simulationsgestützte Nachweisführung bietet folgende Vorteile:

• Optimale Ausnutzung vorhandener Becken (Beckensteuerung)

• Geringere erforderliche Rückhaltevolumen

• Reduzierung von Baukosten

• Klare Darstellung der Wirkung von Renaturierungsmaßnahmen

• Nutzung der aufgestellten Modelle für zukünftige Fragestellungen (Nachhaltigkeit)

Viele M3/M7-Projekte erfolgreich durchgeführt

Hydrotec verfügt über zahlreiche Refererenzen aus diesem Kontext.

Umfassende Erfahrungen mit allen Facetten der Nachweisführung stammen aus einem Forschungsprojekt am Morsbacheinzugsgebiet, an dem Hydrotec unter Federführung des Wupperverbands (siehe Hydrothemen Nr. 16) mitgearbeitet hat.

Informationen zu drei weiteren Projekten mit unterschiedlicher Schwerpunkt setzung haben wir in der nachfolgenden Tabelle zusammengestellt:

GewässerKranenbachEschbachKnippertzbach
AuftraggeberSchwalmtalwerke AöRWupperverbandBLB NRW, NVV Mönchengladbach und Schwalmverband
Einzugsgebiet50 km²32 km²22 km²
Aufgabenstellung
  • Detaillierter hydrologischer Nachweis nach BWK-M3/M7 mittels N-A-Modell
  • Dimensionierung von Retentionsbodenfiltern und andere
  • Vereinfachter stofflicher Nachweis
  • Detaillierter hydrologischer Nachweis mithilfe eines kalibrierten N-A-Modells, das im Hinblick auf den Hochwasserschutz aufgestellt wurde
  • Prüfung einzelner Standorte für Retentionsfilterbecken (RBF)
  • Detaillierter hydrologischer und hydraulischer Nachweis nach BWK-M3/M7
  • Bemessung von Rückhalteräumen und Retentionsbodenfiltern
  • Bemessung und Entwicklung dezentraler Retentionsmaßnahmen
  • Untersuchung nach „Trennerlass“

Dipl.-Ing. Robert Mittelstädt

Veröffentlicht am 08.01.2020