Hydrotec beteiligt an BMBF-Forschungsprojekt KliMaWerk
09.06.2022
Lokales Starkregen-Hochwasser-Vorhersage-Warnsystem
09.06.2022

Kommunen stärken ihre Klimaresilienz

Der Märkische Kreis engagiert sich seit längerem gemeinsam mit seinen Städten und Gemeinden für einen nachhaltigen Klimaschutz. 2021 ergriff der Kreistag die Initiative, um die Klimaresilienz der Kommunen im Kreisgebiet zu stärken.

Schwerpunkte Wasserversorgung und Starkregenvorsorge

Ende 2021 erhielten Hydrotec und unser Projektpartner INFRASTRUKTUR & UMWELT Professor Böhm und Partner (IU) den Auftrag, ein Klimafolgenanpassungsteilkonzept mit dem Schwerpunkt „Wasser“ für
den Märkischen Kreis zu entwickeln. Den Zuschlag erhielt unser Team vor allem durch den Ansatz, das Konzept aufbauend auf fundierten fachlichen Grundlagen zu erarbeiten und alle Fachakteure im Rahmen von Gesprächsterminen und Veranstaltungen intensiv einzubeziehen. Für die Plausibilisierung und Abstimmung der Zwischenergebnisse ist der Einsatz von HydroAS MapView als effizientes digitales Kommunikationswerkzeug vorgesehen.

Starkregenrisikomanagement

Der Märkische Kreis war von der Hochwasserkatastrophe im Juli 2021 stark betroffen. Diese Erfahrung zeigt, wie relevant die Erarbeitung des Teilkonzepts für den Kreis für zunehmende Starkregenereignisse ist.

Ein zentraler Baustein für die Starkregenvorsorge ist die geplante kreisweite Starkregengefahrenkarte. Sie basiert auf einer detaillierten Modellierung der Oberflächenabflüsse in HYDRO_AS-2D. Zusätzlich
zu den Gefahrenkarten werden die Ergebnisse in HydroAS MapView den Fachakteuren über die Projektlaufzeit zur Verfügung gestellt. So kann der zeitliche Ablauf und der Wasserstand bei einem definierten
Starkregenereignis grundstücksgenau visualisiert und abgegriffen werden.

Die gesamte kreisweite Betrachtung versetzt die Städte und Gemeinden in die Lage, kommunenübergreifend geeignete Vorsorgemaßnahmen zu treffen.

Klimaanpassungskonzept Märkischer Kreis
Karte der Niederschlagshöhen im Märkischen Kreis

Risiken der Wasserversorgung erkennen

Klimaanpassungskonzept Märkischer Kreis
Für das Klimaanpassungskonzept Märkischer Kreis führten wir eine GIS-Analyse der Wasserversorgungsdaten durch.

Hitze und Trockenheit der letzten Jahre haben im Märkischen Kreis zu zwischenzeitlichen niedrigen Wasserständen in den Talsperren, zu Waldbränden sowie zu Waldsterben geführt.

Im ersten Schritt werden alle zum Bereich Wasserversorgung verfügbaren und vom Kreis und den Kommunen zur Verfügung gestellten Informationen gesammelt, auf Vollständigkeit geprüft, im GIS aufbereitet und analysiert.  Die Grundlagendaten spielen eine zentrale Rolle, um belastbare Aussagen zu diesem Versorgungssystem treffen zu können.

Die Analyse eröffnet die Möglichkeit, vorausschauend für Trockenperioden mit Wassermangel mögliche Konflikte zwischen den Nutzern abzuleiten und ggf. notwendige Kompensationsmaßnahmen oder Priorisierungen, z.  B. für die Bereitstellung von Löschwasser, zu ermitteln.

Ziel ist es, ein Bewusstsein für die Ressource Trinkwasser zu schaffen. Durch begleitende Öffentlichkeitsarbeit wird das Bewusstsein der Bevölkerung für den sorgsamen Umgang mit der Ressource Trinkwasser geschärft.

Intensive Beteiligung und Information der Öffentlichkeit

Aufbauend auf der durchgeführten Online-Befragung werden die erwarteten Klimafolgen und deren Auswirkungen für den Märkischen Kreis gemeinsam diskutiert. Die Kreisverwaltung, die Kommunen, aber auch zahlreiche Akteure aus der Zivilgesellschaft konnten bei Auftaktveranstaltungen in der ersten Projektphase ihre bisherigen Erfahrungen zu Folgen des Klimawandels oder daraus resultierenden Schäden einbringen.

Sie sind gefragt, geplante oder bereits ergriffene Maßnahmen vorzustellen sowie ihre Vorschläge und Wünsche einzubringen. Hydrotec und IU werten die Rückmeldungen aus und lassen sie in das Anpassungskonzept einfließen.

Dipl.-Ing. Johannes Rohde, Prof. Dr.-Ing. Alpaslan Yörük

Klimaanpassungskonzeot Märkischer Kreis
Mit Gesprächsrunden und Informationsveranstaltungen werden alle Fachakteure in die Erarbeitung des Klimaanpassungskonzept einbezogen.
Veröffentlicht am 09.06.2022