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Integrierte Geodatenhaltung und erweiterte Modellierungsoptionen

NASIM-LogoMit NASIM 5.0 speichern Sie Modelldaten direkt mit ihrem räumlichen Bezug in einer Geodatenbank. Die Abflusstopologien von kanalisierten Flächen und natürlichen Gebieten lassen sich dadurch in einem einzigen Modell verwalten. Dazu wurde das Konzept der hydrologischen Layer neu eingeführt. Immissionsorientierte Einleitungsnachweise nach BWK M3/M7 werden damit in NASIM noch besser unterstützt.

Mit NASIM 5.0 können die Anwender zusätzliche Prozesse abbilden. Ein Plugin erlaubt es, u. a. den Sauerstoffgehalt zu modellieren. Eine Scripting-Schnittstelle ermöglicht die Abfrage und Prozessierung von beliebigen hydrologischen Informationen und stellt diese Daten als Zeitreihen zur Verfügung. NASIM 5.0 wird voraussichtlich Ende 2019 verfügbar sein.

NASIM Geodatenbank

Die Modelldaten werden künftig in einer Geodatenbank abgespeichert. Als Datenbanktechnik kommt SQLite mit SpatiaLite zum Einsatz. NASIM liest und schreibt diese Modelldateien künftig anstelle des bisherigen proprietären NASIM-Persistenz-Formates.

Die Umstellung der Datenformate erledigt die Software bei Bedarf selbstständig. Die Datenbanken können mit den gängigen GIS-Programmen (ArcMap, ArcGIS Pro, QGIS) gelesen und teilweise auch geschrieben werden.

Modelldaten und Geodaten konsistent halten

Die Geodatenbank enthält die (geografischen) Geometrien der Teilgebiete, Landnutzungen und Böden. Damit wird eine nachhaltige Konsistenz der Modelldaten mit den grundlegenden Geodaten sichergestellt. Die bisherige Trennung von Geodaten und Modelldaten ist damit aufgehoben.

Verschneidung direkt in NASIM möglich

Mit der Geodatenhaltung wird die Geoberechnung von Elementarflächen zum Bestandteil von NASIM. Das Ersetzen von Grundlagendaten wie Böden oder Landnutzungen durch aktualisierte Datenbestände wird somit stark vereinfacht.

Natürliche und urbane Einzugsgebiete in einem Modell

NASIM 5.0 ist in der Lage, die Abflusstopologien von kanalisierten Flächen (Stadtentwässerung) und natürlichen Gebieten inklusive der dazugehörigen Teilgebietsgrenzen in einem Modell zu verwalten. Diese beiden – sich im Allgemeinen überschneidenden – hydrologischen Layer werden von NASIM auf Basis der Geometrien automatisiert in ein konsistentes Gesamtmodell umgerechnet.

NASIM 5.0 Geodatenhaltung

Mit NASIM 5.0 lassen sich natürliche und urbane Einzugsgebiete als hydrologische Layer integriert in einem Modell abbilden.

Bei Änderungen von kanalisierten Flächen in der Stadtentwässerung („neues Baugebiet“) wird die entsprechende Geometrie der kanalisierten Flächen angepasst und NASIM aktualisiert die daraus resultierenden Modelldaten selbstständig.

Stoffumsetzung integriert

Im Zusammenhang mit dem Hydrodynamischen Rechenkern (HDR) kann NASIM künftig nicht nur Stoffeinträge und den Stofftransport berechnen, sondern auch die Umsetzung von Stoffen. Die dazugehörigen Formeln sind über ein erweiterbares Plugin-Konzept in NASIM frei integrierbar. Ein Streeter-Phelps-Plugin zur Simulation des Sauerstoffgehaltes ist in NASIM 5.0 direkt verfügbar und kann z. B. für den Einleitungsnachweis nach BWK M3/7 in Lachslaichgewässer verwendet werden (siehe Hydrothemen Nr. 36).

Scripting ermöglicht freie Datenabfrage

NASIM 5.0 bietet den Anwendern eine Scripting-Schnittstelle. Mithilfe von LUA-Skripten können sie während der Simulation berechnete Daten wie Niederschläge, Temperaturen, Bodenfeuchte, Zuflüsse, Speicherinhalte, Abflüsse etc. abfragen, weiter verarbeiten und als Zeitreihen ausgeben lassen. Die nachträgliche Aufbereitung von Zeitreihen mit externen Programmen kann dadurch in vielen Fällen entfallen.

Dipl.-Math. Benedikt Rothe

Veröffentlicht am 13.11.2019