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Die von Hydrotec bearbeiteten Fluss-einzugsgebiete in Bayern – grüne Flächen: Modellierung, blaue Flächen: Qualitäts-sicherung.

Hydrotec erhält weitere Aufträge des LfU

Im Rahmen der Umsetzung der EG-HWRM-RL wurden im Freistaat zwischen Juli 2012 bis Dezember 2013 die Hochwassergefahrenflächen zur Meldung an die EU ermittelt. Für ca. 7.600 km Fließgewässer waren in Bayern bis Ende 2013 Gefahren- und Risikokarten zu erstellen. Die Bayerische Wasserwirtschaftsverwaltung hatte dazu ein detailliertes mehrstufiges Verfahren entwickelt, das einheitliche Bearbeitungsstandards für alle Gewässer vorsah, eine hohe Qualität der erarbeiteten Daten sicherstellen sowie die Einhaltung des straffen Zeitplans gewährleisten sollte.

Aufträge für acht Einzugsgebiete

Die von Hydrotec bearbeiteten Fluss-einzugsgebiete in Bayern – grüne Flächen: Modellierung, blaue Flächen: Qualitäts-sicherung.

Die von Hydrotec bearbeiteten Flusseinzugsgebiete in Bayern – grüne Flächen: Modellierung, blaue Flächen: Qualitäts-sicherung.

Hydrotec überzeugte die Bayerische Landesverwaltung in den Ausschreibungsverfahren: Für die Einzugsgebiete von Lech, Regen, Donau/Vils und Mittlerer Inn erarbeiteten wir als 2D-Modellierer die Grundlagen für die Hochwassergefahrenkarten. Je nach vorhandener Datenlage ließen sich teilweise bestehende Modelle nutzen. In den meisten Fällen waren aber – beginnend mit einer Gewässervermessung – von Grund auf neue Modelle mit HYDRO_AS-2D zu erstellen.

Für die Hochwassergefahrenkarten der Flüsse Naab, Isar/Inn und Ammer/Amper übernahmen wir die Funktion als Qualitätssicherer im Unterauftrag der Firma Arcadis.

Die Arbeiten an den Projekten sind inzwischen nahezu abgeschlossen. Aktuell finden losweise die Abschlussbesprechungen und die Abgaben der Arbeitsdokumentationen statt.

Jabron für EWAWI+-Daten erweitert

Im Rahmen der Neuvermessung wurden neben den Profilen auch Längsstrukturen wie die Böschungsoberkante, die Uferlinie sowie Hochwasserschutzanlagen durchgehend aufgenommen. Für die Abgabe dieser Vermessungsdaten war das Format EWAWI+ vorgeschrieben. Um die Datenverarbeitung zu optimieren, erweiterten wir die Profilverwaltung in unserem 1D-Modell Jabron. Damit ließen sich Vermessungsdaten komfortabel und nachvollziehbar im EWAWI+-Format aufbereiten und kontrollieren.

Zusätzlich lassen sich die Vermessungsdaten mit dem EWAWI+-Tool als GIS-Dateien exportieren und Shape- Dateien zu den folgenden Themen erstellen:

  • Längsstrukturen und Einzelpunkte aus der EWAWI+-EPL-Datei,
  • Profilspuren und Profilpunkte aus der Jabron-MDB-Datei,
  • Fotostandorte.

Die Jabron-EWAWI-Erweiterung überzeugte auch andere mit der Modellierung beauftragte Büros. Die meisten an das LfU abgelieferten Datensätze wurden mit diesem Werkzeug erstellt.

Qualitätssicherung

Die Aufgabe des Qualitätssicherers war die Begleitung, Beratung, Prüfung und Abnahme der Arbeiten des Modellierers. Er fungiert dabei als Bindeglied und erster fachlicher Ansprechpartner für alle Projektbeteiligten und übernimmt die Kommunikation zwischen Bearbeiter und den anderen Projektbeteiligten.

Es wurde auf die Einhaltung eines hohen und homogenen Qualitätsstandards geachtet, der losübergreifend in Bayern für die Erarbeitung von Hochwassergefahrenflächen gilt. In Prüfberichten wurde die Einhaltung der Kriterien Format, Vollständigkeit, Qualität und Plausibilität dokumentiert. Ein Meilenstein war die Verifizierung der Rohergebnisse durch das zuständige WWA unter Federführung des LfU.

Positives Fazit

Die Wertach bei Augsburg

Die Wertach bei Augsburg

Das große Engagement unseres Teams „HWGK-Bayern“ (fast 20 Personen), unsere optimal strukturierte Arbeitsweise und die nach den Projektanforderungen entwickelten Software-Werkzeuge trugen dazu bei, dass der ehrgeizige Zeitplan eingehalten wurde.

Zu Beginn des Projekts war es erforderlich, unser Konzept zur Erstellung von 2D-Modellen zu überarbeiten und den Erfordernissen anzupassen. Diese Investition machte sich bezahlt: Unsere Simulationsergebnisse hielten den Überprüfungen stand. Sie sind nachvollziehbar, gut dokumentiert und stellen eine solide Basis für die weiteren Bearbeitungszyklen der HWRM-RL dar.

Neben den fachlich-technischen Anforderungen spielte die Kommunikation innerhalb des Projektteams und zu den übrigen Projektbeteiligten eine große Rolle. Auch hier haben sich die von Hydrotec genutzten Werkzeuge wie unsere Kontakt- und die Projektdatenbank bewährt.

Auf den Internet-Seiten des LfU finden Sie weitere Informationen und Karten zur Umsetzung der HWRM-RL in Bayern.

Michael Bellinghausen, Dr.-Ing. Hartmut Sacher, Dipl.-Ing. Dirk Sobolewski, Dr.-Ing. Alpaslan Yörük

Veröffentlicht am 30.05.2014