Klimaresilienz durch Flächenabkopplung
Klimaresilienz durch Flächenabkopplung – Potenzialanalyse für eine Kommune
Die Folgen des Klimawandels sind auch in Nordrhein-Westfalen deutlich spürbar: Hitzewellen, Starkregenereignisse und Überflutungen stellen Kommunen vor wachsende Herausforderungen. Das Förderprogramm „Klimaresiliente Region mit internationaler Stahlkraft“ (KRiS) unterstützt öffentliche und private Flächen- und Immobilienbesitzer beim Umbau der Region zur Schwammstadt und fördert Maßnahmen der wasserbewussten Stadtentwicklung. Im Gebiet des Regionalverbandes Ruhr werden dazu bis 2030 insgesamt 250 Millionen Euro, vor allem in klimatisch besonders belasteten Stadtgebieten, investiert.
Hydrotec erstellt für die zwischen Niederrhein und dem westfälischen Münsterland liegende Gemeinde Schermbeck eine Konzeptstudie, um die Investitionsmöglichkeiten für Klimaresilienz der Kommune genauer zu untersuchen. Ziel ist es, konkrete Handlungsspielräume für die Gemeinde aufzuzeigen und langfristig eine klimaangepasste Infrastruktur aufzubauen.

Das KRiS-Förderprogramm in NRW
Analyse von vier Bereichen in Schermbeck
In der Gemeinde Schermbeck werden insgesamt vier Bereiche analysiert, welche sich in Größe, Struktur und Nutzung unterscheiden:
- Bereich 1: Wohngebiet mit Altenheim, hoher Versiegelungsgrad
- Bereich 2: 80 ha großes Gewerbegebiet – teilweise bereits mit Versickerungsanlagen ausgestattet
- Bereich 3: historischer Ortskern mit überwiegend Wohnbebauung, wenig Grünflächen
- Bereich 4: gemischte Strukturen (Wohn- und Gewerbe), ehemalige Ziegeleifläche
Zunächst wurde für jeden Bereich der Ist-Zustand bzgl. Versiegelungsgrad und Mischwasserableitung anhand von Geodaten, Bodengutachten und Begehungen mit Fotodokumentation erfasst und analysiert. Darauf aufbauend erfolgte eine Potenzialanalyse für die Flächenabkopplung unter Einbeziehung der Belange der Starkregenvorsorge. Dabei galt es, Maßnahmen zu identifizieren, die sich bis 2030 realisieren lassen.

potenzielle Abkopplungsfläche

Abkopplungsfläche in GIS dargestellt

Schaffung blau-grüner Infrastruktur als Maßnahme zur Klimaresilienz
Als potenzielle Maßnahmen zur Verbesserung der Klimaresilienz kommen verschiedene Maßnahmen bzw. Systeme in Frage, unter anderem
- Flächenentsiegelung
- offene Versickerungssysteme
- Mulden- und Mulden-Rigolen-Versickerung
- Baumrigolen
- Fassaden- und Dachbegrünungen.
Diese blau-grüne Infrastruktur verbindet Vegetation und Wasserbewirtschaftung. Sie kann Regenwasser zurückhalten, die Kanalisation entlasten, zur Luftabkühlung und Grundwasserneubildung beitragen und gleichzeitig die Aufenthaltsqualität im Siedlungsraum verbessern.
Alexander Brunne M.Sc., Alina Schütze M.Sc.