Veröffentlichung zu Hochwasserschutz im Ahr-Einzugsgebiet in Fachzeitschrift KW 7/2026

Naturnahe Maßnahmen für den Hochwasserschutz mit NASIM untersucht

Die DWA-Fachzeitschrift Korrespondenz Wasserwirtschaft veröffentlicht im Juli 2026 im Schwerpunktheft „5 Jahre nach der Flut im Ahrtal“ einen Fachbeitrag von Alexander Menz (IWW RWTH Aachen) zur Wirksamkeit von dezentralen Maßnahmen zum Hochwasserrückhalt auf Basis einer Studie im Ahr-Einzugsgebiet.

Koautoren der Veröffentlichung sind unsere Geschäftsführer Dr. Oliver Buchholz und Prof. Alpaslan Yörük sowie Dr. Stefanie Wolf-Stenger vom IWW der RWTH Aachen

Vergleich der Wirksamkeit von technischen Maßnahmen mit naturnaher, dezentraler Retention

Die beschriebene Studie behandelt die Frage, inwieweit naturnahe, dezentrale Maßnahmen zum Hochwasserrückhalt eine Alternative oder Ergänzung zu technischen Bauwerken darstellen können. Sie wurde im Rahmen der Erstellung des Plans zur Entwicklung von überörtlichen Maßnahmen zum Hochwasserschutz (überregionaler Maßnahmenplan Ahr) im Auftrag des Landkreis Ahrweiler durchgeführt.

Die Untersuchung nutzt die distributive Niederschlags-Abfluss-Modellierung der Software NASIM, um Retentionspotenziale quantitativ gegenüberzustellen und im Kontext der spezifischen Topografie des Ahrtals zu bewerten. Diese Methode ermöglicht eine systematische Vergleichbarkeit technischer Beckenlösungen mit forst- und landwirtschaftlichen Maßnahmen.

Fazit: Integrative Kombinationsstrategie ist erforderlich

Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe zeigt die quantitative NASIM-Analyse: Effektiver Hochwasserschutz im Ahrtal erfordert eine integrative Kombinationsstrategie. Technische Rückhaltebecken bleiben das leistungsfähigste Instrument gegen katastrophale Abflussspitzen – allein flächenbezogene Strategien reichen gegen Extremereignisse wie 2021 nicht aus.

Der dezentrale Rückhalt in Wald und Landwirtschaft ist aber als Fundament unverzichtbar: Er stärkt die Basisresilienz, entlastet das Gesamtsystem bei häufigeren Ereignissen und bietet ökologische Synergien wie Grundwasserneubildung und Erosionsschutz. Das Ahrtal kann als bundesweite Modellregion für modernes Risikomanagement dienen, das technische Notwendigkeiten und natürliche Retention eng verzahnt, um die Klimaresilienz dauerhaft zu erhöhen.

Die hydrologische Modellierung mit NASIM ermöglicht es, die unterschiedlichen Maßnahmentypen wissenschaftlich zu untersuchen, quantitativ zu bewerten und in Planungsprozesse zu integrieren.