Hochwassergefahrenkarten Baden-Württemberg
21.10.2012
Vorhersagesystem Delft-FEWS
Hydrotec präsentiert Delft-FEWS in Dresden
22.01.2013

Niedrigwasser-Vorhersage an der Donau

Niedrigwasser ist häufig mit starken Einschränkungen für die Binnenschifffahrt verbunden. Bei geringer Wasserführung sind Fahrten teilweise nur mit reduzierter Fracht möglich. In extremen Situationen muss die Ladung umgeschlagen werden. Durch die Entwicklung einer Niedrigwasserprognose kann sich die Schifffahrt zukünftig besser auf diese Situationen vorbereiten.

fews-splashRechtzeitige Information für die Schifffahrt

Um die Schifftransport-Logistik zu unterstützen und durch Niedrigwasser bedingte Engpässe besser umgehen zu können, sind Systeme erforderlich, die anhand von Simulationsrechnungen und aktuellen Wetterdaten Prognosen durchführen und Niedrigwasserverhältnisse vorhersagen.

Die via donau Österreichische Wasserstraßen-Gesellschaft mbH hat zur Aufgabe, die Nutzbarkeit der Donau als Transportweg sicherzustellen und zu erhöhen. Zur Verbesserung der logistischen Planung für Transport und Erhaltung der Fahrtrinne entwickeln Hydrotec und Deltares im Auftrag der via donau ein Vorhersagesystem für Niedrigwasser basierend auf Delft-FEWS (Flood Early Warning System) und einem hydrologischen Modell der TU Wien.

Das Vorhersagesystem Delft-FEWS

Das Softwarepaket Delft-FEWS hat sich weltweit als Vorhersage-Instrumentarium bewährt. Neben der Anwendung in Hochwasserfrühwarnsystemen wird es vermehrt in der operationellen Prognose von Niedrigwasser oder Gewässergüteparametern eingesetzt

Die offene Softwarearchitektur von Delft-FEWS ermöglicht die Einbindung vorhandener Berechnungsalgorithmen oder Simulationsmodelle. Seine hohe Skalierbarkeit erlaubt den Einsatz für kleine Einzugsgebiete bis hin zu komplexen, nationalen Projekten.

Datenfluss und Systemkomponenten

Das FEWS-System für die Donau nutzt als Input die Abflussmengen von 91 Donaupegeln sowie die flächendeckenden Wetterdaten der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG, Wien). Das von der ZAMG entwickelte Kurzfristvorhersagesystem INCA (Inte grated Nowcasting through Comprehensive Analysis) liefert Niederschlags- und Ensemble-Prognosen für die kommenden sieben Tage.

Das in das System integrierte N-A-Modell der TU Wien deckt das gesamte Einzugsgebiet der Donau ab. Es liefert Prognose-Abflüsse für die in Bezug auf Niedrigwasser kritischen Pegel Kienstock (ca. 90 km oberhalb von Wien) und Wildungsmauer (ca. 40 km unterhalb von Wien).

Das integrierte SCADA-System liefert alle wichtigen Wasserstandsinformationen zu einem Querprofil auf einen Blick.

Das integrierte SCADA-System liefert alle wichtigen
Wasserstandsinformationen zu einem Querprofil auf einen Blick.

Für die Darstellung der Abflusssituation an diesen Pegeln bei der via donau kommt unter FEWS ein SCADA-System (Supervisory Control and Data Acquisition) zum Einsatz. Es ermöglicht die grafische Darstellung der errechneten Abflusshöhen im Vergleich mit Wasserständen verschiedener relevanter Abflüsse.

Das Delft-FEWS-System geht im März 2013 in Betrieb und wird die Schifffahrtslogistik an der Donau wirksam unterstützen.

Dr.-Ing. Oliver Buchholz, Dipl.-Ing. Benedikt Sommer

Veröffentlicht am 22.10.2012